UMBAUTEN
 
 
 
 

Der Motorumbau

 

Hier nun also der Bildband zu unserem neuen Herzstück. Doch zuerst muß der bisherige Kraftspender weichen.
 
Bei dem gebraucht gekauften Motor war zuerst einmal viel Arbeit im Vorfeld angesagt. So haben wir zuerst einmal Motor und Getriebe voneinander getrennt und die Kupplung geprüft - schließlich wollten wir ja nicht nach ein paar Wochen wieder alles auseinander reißen nur um dann die Kupplung zu wechseln. Aber mit der Kupplung war alles in Ordnung, ein Wechsel war nicht notwendig. Dafür versteckte sich der Motor unter einer leichten Ölschicht, die von einem eingeklemmten O-Ring der Nockenwelle stammte. Außerdem gab es auch noch eine neue Ventildeckeldichtung. Als nächstes nahmen wir uns der Motorhalterung an. Vom 86C zum 6N blieb die Getriebehalterung unverändert, aber die Motorhalterung wurde komplett verändert und die Aufnahme an eine ganz andere Stelle gesetzt. Hier war einiges an Umbauarbeiten erforderlich. Ein willkomemer Nebeneffekt war, daß die alte Lichtmaschine weiterverwendet werden konnte. Wer von Euch die Preise von den neuen und den alten Lichtmaschinen kennt, weiß warum das "willkommen" ist. Davon abgesehen konnte der Zahnriemen des 6N nicht verwendet werden, damit entfiel auch so einiges an Umlenkrollen, der elektroniche Tachometer des 6N paßt nicht ins Armaturenbrett des 86C also mußte auch der Geber am Getriebe gegen den alten Geber getauscht werden. usw., usw. , usw.
 
Doch dann war endlich alles geschafft und das neue Herz durfte in seinem neuen Wirkungsbereich platz nehmen.
 

              
                   
 

Jetzt ging es ums anschließen. Natürlich gibt es im 6N viele neuen Dinge, von denen der 86C höchstens träumt. So wird z.B. beim Aufprall auf ein Hinderniss der Schalthebel weggezogen um das Verletzungsrisiko zu vermindern. So etwas kennt man im 86C nicht - dementsprechend ist diese eigentlich recht einfache Mechanik auch nicht anschließbar. Die Antriebswellen haben freundlicherweise gepaßt, womit dann auch der Gedanke verworfen wurde die G40-Antriebswellen zu montieren. Ein selbstgebasteltes Problem war die Abgasanlage. In Ermangelung eines Fächerkrümmers verwendeten wir den Originalkrümmer des 45PS samt Hosenrohr und KAT weiter. Nun ist das aber von der Geometrie für einen deutlich flacheren Block ausgelegt. Wir hatten uns schon darauf eingestellt das Hosenrohr um ca. 2cm zu verlängern, aber das war gar nicht notwendig. Das Hosenrohr paßt mit etwa einem cm Abstand gerade so an der Ölwanne vorbei. Na ja, richtig daran geglaubt haben wir auch erst nach den ersten Probefahrten, aber es ist heute noch so.
 
Ach ja und dann war da noch die Sache mit dem Wasserkreislauf. Eigentlich ist das ja nun wirklich harmlos: Die Schläuche gibt es notfalls als Meterware überall zu kaufen, ansonsten kann man auch die Originalschläuche verwenden. Natürlich war das bei uns wieder mal irgendwie alles anders: Wir haben noch irgendwelche Originalschläuche aus dem Audi80 oder so da gehabt. Die waren natürlich zu kurz. Also wurde kurz entschlossen der Kühler ca.20cm weiter zur Mitte hin montiert - eben so, daß der Lüftermotor gerade noch genug Abstand zum Krümmer hat. Das hat in der Tat 2 riesen Vorteile: Zum einen hat jetzt links neben dem Kühiler wunderbar ein Ölkühler Platz und zum Anderen ist auf der anderen Seite Platz für einen Turbo und/oder Klimakompressor. Also eigentlich ist das perfekt so.
 
         

 
So die mechanischen Probleme waren also gelöst. Jetzt war die Elektrik an der Reihe. Im Motorraum lag noch der Kabelbaum der AAU Maschine herum. Außerdem lag der Kabelbaum der AEA-Maschine (vom Vorbesitzer teilweise geplündert) in einer Ecke. Mittels der Stromlaufpläne konnten schnell die Berührungspunkte der beiden Kabelbäume festgestellt werden. Bis dann schließlich überall eine leitende Verbindung hergestellt war, und zwar so, daß auch ein Fachmann sich dieser nicht schämen mußte, dauerte doch eine beachtliche Zeit. Aber wenn es vernünftig werden soll, dauert sowas halt seine Zeit. Letzendlich waren auch die Elektrikarbeiten abgeschlossen und der Zündschlüssel wurde ein erstes Mal herumgedreht. Was keiner ernsthaft erwartet hatte geschah: Der Motor sprang sofort an, als ob er nie woanders gelaufen wäre. Allerdings nur 2 Sekunden, dann war er wieder aus. Das hatten wir jedoch nicht anders erwartet, da der AEA-Motor im 6N sereinmäßig eine Wegfahrsperre hat. Die Lesespule war zwar längst montiert und angeschlossen, aber die neuen Schlüssel waren noch nicht da. Ohne den richtigen Schlüssel tat die Wegfahrsperre also nur das wozu sie gebaut wurde und schaltete nach ca 2sec den Motor wieder ab.
 
Doch auch das war ein lösbares Problem und dann ging es zum ersten Mal auf die Straße. Schnell die roten Nummern montiert, und ab zur Probefahrt. Zuerst mal ganz langsam und vorsichtig horchend, ob denn auh alles ok wäre. Schließlich waren alle Flüssigkeiten auf Betriebstemperatur und nirgendwo war etwas auffälliges festzustellen. Also ab durch die Mitte. Der Fahrspaß unserer Rennsemmel war so gigantisch angestiegen, daß es an diesem Abend schwer fiel wieder heimzufahren. Aber schließlich machte sich da ein Geräusch aus Richtung Auspuff breit, das so gar nicht zu dem genialen Rest passen wollte. Es handelte sich um ein - na sagen wir mal - Loch. Der Auspuff war mit der gestiegenen Abgasmenge in seinem hohen Alter nicht mehr klar gekommen und entließ den blauen Dunst nun durch mehr als eine Öffnung in die Umwelt.
Obwohl man sowas ja eigentlich gar nicht schön findet, war es nur ein weitere Punkt für die "da muß ein anständiger Auspuff drauf"- Fraktion. Also gut, von Ron's letztem Totalverlust war da noch ein RemuEndtopf mit passendem Mittelschalldämpfer zu haben. Also kurz das TÜV-Gutachten gewälzt (Schließlich war Rons 2er Coupe ein paar jährchen Älter) und schließlich das ganze samt den obligatorischen neuen Auspuffgummis unter dem Auto platziert. Aus heutiger Sicht war das wohl das Beste, was wir machen konnten, denn jetzt stimmt der Gesamteindruck des Wagens: Optik und Sound.
 
Damit war unsere Arbeit getan. Jetzt gings erst zu VW zu AU, die Anstandslos bestanden wurde - Warum auch nicht, schließlich ist Motor serienmäßig ! Danach noch ein Abstecher zum Reifenhändler und die neuen Pneus der Dimension 195/45 R14 montiert. Weil sich das gerade Anbot wurde dann auch gleich noch die schon längere Zeit krumme Spur eingestellt und damit war der Wagen TÜV fertig.
 
Der TÜV-Termin war dann Ende der gleichen Woche und endete mit der Eintragung aller Umbauten.
 
Resume: Der Wagen geht einen Tick schlechter als ein G40, aber er bietet das Potential bei Leistungsmangel einfach weiterzumachen. Der Motor bietet sich gerade zu an um einen Kompressor oder Turbo anzuflanschen - aber bisher sind wir mit dem Ergebnis so Zufrieden wie es ist. Gerade mit den Winterreifen sieht er wieder aus wie ein stinknormaler Mikado - was den einen oder anderen schon mal auf mangelnde Leistung schließen läßt. Meistens schaffen es die Helden der Landstraße aber noch nicht mal in die Nähe der Rücklichter bevor sie im Rückspiegel verschwinden.
 
Fast fertig kann man ja schon mal ein bißchen Unrat Umladen und wegbringen